uswearparts

NV200 EVALIA

Mit dem e-NV200 Evalia hat Nissan einen elektrischen Großfamilientraum auf die Räder gestellt. Einziges Problem: Wo lade ich den Stromer?

Ein Elektroauto hat bekanntlich Vor- und Nachteile. Da wären das lautlose Fahren, das sofort anliegende Drehmoment, ein geringerer Bremsenverschleiß und so weiter. Gleiches gilt für die seit Jahren wiedergekäuten Nachteile wie eine zu schlecht ausgebaute Infrastruktur, hohe Anschaffungskosten und das Gefühl, trotz gerade vollendeter Ladung im Geiste schon wieder auf Reserve zu fahren.

Fünf Sitze, viel Platz

Doch was heißt das überhaupt? Ein mehrwöchiger Praxistest bringt Erkenntnisse. Name des Testobjektes: Der ab 31.289 Euro (exklusive monatlicher Batteriemiete) kostende Nissan e-NV200 Evalia. Ein Fünfsitzer im Kleid eines Kastenwagens. Der Traum einer Großfamilie. Oder etwa nicht?

Stromer, Elektroauto, Drehmoment, Anschaffungskosten, Testobjekt, Großfamilie, Ladung, Carport, Arbeitsstelle, Infrastruktur, Grundvoraussetzung, Autositz, Strompedal, Ladestation, Starrachse, Schnörkel, NA, Nutzfahrzeug, Hinterachse, Heckklappe
Marcel Sommer Der Nissan e-NV200 Evalia ist 4,56 Meter lang, 2,01 Meter breit und...

 

Eine Grundvoraussetzung für den Erwerb eines Elektroautos, egal welchen Formats, sollte die Möglichkeit sein, es auch Zuhause aufladen zu können. Eine mit einem elektrischen Anschluss versehene Garage oder ein Carport muss sein. Besteht diese Möglichkeit nicht, Finger weg!

Laden unterwegs? Vergessen Sie es

Auch wenn einem von vielen Seiten her weisgemacht wird, dass ja das Aufladen entweder in der Arbeitsstelle oder an einer der zahlreichen Ladestationen diese Lücke wettmachen kann. Es stimmt einfach nicht. Ein Stromauto möchte ja auch mal am Wochenende bewegt werden, was den Tipp mit der Arbeitsstelle schon mal zunichte macht. Und die so schön ausgemalte Theorie mit den eigentlich ja fast schon zahllosen Ladesäulen stimmt nur zum Teil.

 

Fünftüriger Bus der Mittelklasse (80 kW / 109 PS)

Nissan bietet nun ein zweites Elektrofahrzeug an, den e-NV200. Der Van wird im Nutzfahrzeugsegment als reiner Transporter (Kastenwagen) und mit dem Namenszusatz Kombi auch als Personentransporter mit Rücksitzbank, zwei Schiebetüren und Seitenfenstern im Fond angeboten. Einsatz soll der Nissan im urbanen Gebiet als Taxi oder auch Courierfahrzeug finden. Mit dem großen Laderaum und einer Zuladung von 580 kg ist der Nissan dafür auch bestens geeignet. Die maximale Reichweite des Transporters mit einer Akku-Ladung auf Grundlage des im EcoTest ermittelten Stromverbrauchs von 18,9 kWh/100 Kilometer (ohne Berücksichtigung der Ladeverluste) liegt allerdings bei nur rund 125 Kilometern. Das Aufladen dauert zwischen 30 min an einer "Stromtankstelle" (80%-Ladung; Gleichstromschnellladung CHAdeMO) und etwa 10 Stunden an einer üblichen Haushaltssteckdose (volle Ladung). Technisch nicht auf dem neuesten Stand ist die Hinterachsfederung mit Blattfedern - hier müssen Komforteinbußen in Kauf genommen werden. Der Innenraum präsentiert sich schlicht. Vorn ist das Platzangebot durchschnittlich, in der zweiten Reihe großzügig. Der Grundpreis fällt mit 29.716 Euro akzeptabel aus. Alternativ kann das Fahrzeug gekauft werden (Nachlass: 5.956 Euro), die Batterien lassen sich dann separat mieten (monatliche Miete je nach Fahrleistung zw. 73 bis 126 Euro).

Karosserievarianten: e-NV200 Evalia

Konkurrenten: keine

Stärken

  • gut abgestimmter und ausreichend kräftiger Elektroantrieb
  • lokal emissionsfrei
  • erhöhte Sitzposition
  • hohe Zuladung
 
 

Schwächen

  • eingeschränkte Reichweite
  • lange Ladezeiten bei Standardladung
  • laute Fahrgeräusche im Innenraum
  • eingeschränkter Fahrkomfort
  • mäßige Heizleistung